Beijing 2008

Olympische Spiele sind was Feines, keine Bühne für Politik, das beweist auch die Geschichte:
1936 – Adolf guckt Sport
1972 – In München müssen die Spiele weitergehen
1980 – Die Amis hamm kein Bock
1984 – Die Russen hamm kein Bock
etc.
Das Interessante ist auch, wie alle aus ihren Ecken gesprungen kommen und von Protest sprechen und große Aufregung im Raum steht. Völlig zu recht, in China läufts im Inneren bei vielen Dingen ganz bestimmt nur solalalalala gut. Allerdings schon seltsam, dass der Puls erst fünf Minuten vorher explodiert. Vor ein paar Jahren hätte das theoretisch auch ein wenig mehr Sinn gemacht, obwohl man sich schon ein dicken Brocken kindliche Naivität behalten haben muss, dass die Vorbringung von kritischen Argumenten gegen das chinesische How-to-rule-a-State-Verständnis vor der Entscheidung durch verantwortliche Stellen für Beijing irgendwas gebracht hätten.
ARD und ZDF zeigten dann während der ganzen Übertragungen, dass der Spagat zwischen “alles ganz toll, super organisiert”-Rekordjagd und “aber die Menschenrechte und Zensur”-Zuperfektkühl irgendwie nicht so prima funktioniert. Ist halt doof was zu kritisieren, für das man nicht unerheblich viel Geld hingeblättert hat. Wenn die Ampel rot ist, man aber einfach sagt:”Nö, die ist grün!” wird man halt trotzdem vom Bus der Wahrheit überfahren.
Zwei kleine Highlights für mich:
Ins Stadion laufen bei der Eröffnungsfeier gefühlte hunderttausende Sportler ein, dann der sinngemäße Ich-mach-mir-ein gutes-Gewissen-Kommentar:”Imke Duplitzer hat sich entschieden die Eröffnungsfeier zu boykottieren” means “Hier ist ein Sack Reis umgefallen”.
Schmusetalker Kerner geht in den In-Fight mit Michael Johnson wegen Dopingproblematiken (Auch so ein Thema…) und man kann sich nicht recht entscheiden wen von Beiden aufgrund der jeweiligen Backgrounds man mehr “lame” finden sollte.
Bei Jens Weinrich gibts übrigens Lesenswertes zum Thema Evil Spocht.







