The Sundance Kids
Auch wenn der Titel auf eine Entourage-Episode anspielt, gibt es doch eigentlich nur ein einziges Sundance Kid (naja, ähem, außer Robert Redford), nämlich das, dessen Geburtstag jedes Jahr auf die Eröffnung des Sundance Festivals fällt:
Zooey Deschanel.

Sundance-Geburtstag, Indiefilm-Aushängeschild, macht Alben mit M. Ward und Jenny Lewis, baldiges Eheweib von Ben “Death Cab for Cutie” Gibbard… is there such a thing as “too indie”?
Nun denn, Happy 29th und perfekte Überleitung zu meinem “What to see at Sundance if I was there”-Artikel…
…da wäre dann nämlich als erstes (in keiner bedeutsamen Reihenfolge):
(500) Days of Summer: Nach “Manic” schon der zweite Film mit Joseph Gordon-Levitt und Zooey Deschanel in den Lead-Rollen. Ein dekonstruktivistisch-postmodernes RomCom-Musical. Quirky enough for ya? Aber machen wir uns nichts vor: Das ist einer dieser Not!Indies, die nur so tun als ob und in Wirklichkeit absolute Corporate Produktionen sind. Siehe: Little Miss Sunshine, Juno, Sunshine Cleaning, Dan in Real Life. Sagt nichts über die Qualität aus, aber ist halt Etikettenschwindel.
Trailer (Fuck, ist DAS wirklich das beste, was nach dem Tod des Voice-Over-Guys zu haben war?):
Moon: Unter der Regie von David Bowies Sohn (insert “Major-Tom-Joke” here) spielt Sam Rockwell einen einsamen Astronauten, dessen Isolation an seiner geistigen Gesundheit nagt. “Silent Running” meets “Dark Star”? Rockwell hatte bisher ein glückliches Händchen bei SciFi-Comedies (Galaxy Quest, Hitchhiker’s Guide to the Galaxy), ich bin überzeugt, dass er auch das SciFi-Psychodrama meistert. Thinking Man’s Scifi-Filme sind viel zu rar im Angesicht der heutigen (preiswerten) technischen Möglichkeiten. Aus den letzten Jahren fallen mir nur Code 46, Primer, A Scanner Darkly und, im weiteren Sinne, das Solaris Remake und Sunshine ein.
Erste Kritiken von Latinoreview und Comingsoon
Adventureland: Eine in den 80er Jahren angesiedelte Collegekomödie aus dem periphären Dunstkreis der Apatow-Posse (Superbad-Regisseur Greg Mattola, SNL-Alums Kristen Wiig und Bill Hader, sowie Martin Starr). Handelt von den quirky (natürlich) Angestellten eines Theme Parks, mit denen sich Jesse Eisenberg in den Sommerferien herumschlagen muss. Love Interest: Twilight-Starlet Kristen Stewart.
Trailer:
I Love You Phillip Morris: Yes, Man! Jim Carrey kann doch noch was anderes, als seine typischen High-Concept-Komödien. Hier haben wir die wahre Geschichte über Texas-Polizist/con artist Steven Jay Russell (Carrey) und seinem schwulen Liebhaber aus dem Knast (Ewan McGregor). Angeblich darf man sich hier auf steamy sex scenes zwischen den zwei Protagonisten freuen. Hmmm, gay porn FTW, i guess?
Clip:
The Informers: Hollywood-Milieustudie über kaputte Typen im Showbiz in den frühen 80er Jahren. Jau: “Boogie Nights” meets “Studio 54″. Nach dem Roman (und Drehbuch) von Bret Easton Ellis und mit dem Post-Comeback Mickey Rourke. Need I say more? OK: Amber “Mandy Lane” Heard ist praktisch den ganzen Film über nekkid, as can be witnessed in this…
…Unrated Trailer:
Paper Heart: Another (semi-biographic) awkward teenage (actor/meta-) love story with Michael Cera. Typecasting, much? Hier tatsächlich, denn er spielt sich ja selbst! Aber sich zu fein sein, um beim Arrested Development-Movie mit an Bord zu kommen!? Hiermit spreche ich ein totales Cera-Konsum-Boykott aus, bis der Junge wieder zu Sinnen kommt. Fazit: NICHT KUCKEN! Dennoch gibts hier ein paar Clips.
Brief Interviews with Hideous Men: sehr, sehr, sehr ambitioniertes Regiedebut von ebenfalls Drehbuchautor John Krasinski (Jupp, Jim vom US-”The Office”). Literaturverfilmung einer Kurzgeschichtensammlung des kürzlich verstorbenen David Foster Wallace, in dem Julianne Nicholson nach einem Beziehungs-Breakup eine Reihe von Männern interviewt und sich dabei wohl der eine oder andere seelische Abgrund auftut.
Død Snø (Dead Snow): Acht Medizinstudenten im Skiurlaub treffen auf Zombienazis im norwegischen Gebirge. Nach dem kürzlich erschienenen “Outpost”, lässt mich das vermuten, dass Rob Zombies Fake-Trailer für “Werewolf Women of the SS” das Nazi-Exploitation-Genre wiederbelebt hat.
Trailer:
Spring Breakdown: 30somethings-Comedy mit Parker Posey, Amy Poehler und Will Arnett! Mehr brauch ich nicht zu wissen – Sign me up!
Trailer:
Mystery Team: Drei Highschool-Nerds versuchen als Hobby-Detektive einen Mord aufzuklären. Hat Potential zum diesjährigen Napoleon Dynamite.
Trailer:
Mary and Max: Der Eröffnungs-Stop-Motion-Film über zwei ungleiche Brieffreunde; einem 8-jährigen australischen Mädchen (Toni Collette) und einem 40-jährigen Fettsack (Philip Seymour Hoffman) in New York.
Shrink: “American Beauty” meets… “American Beauty”? Kevin Spacey verliert nach einer persönlichen Krise den Glauben an seine Fähigkeiten als Celebrity-Psychiater und degeneriert zum lumpigen Pothead. Könnte vielleicht nett werden durch Hollywood-Insider-Jokes.
The Yes Men Fix the World: Im ersten Film haben die Yes Men sich als WTO ausgegeben und ihrem geneigten Publikum unter anderem erklärt, wie man das Hungerproblem in der dritten Welt löst, indem man die Fäkalien der ersten Welt zu Burgern verarbeitet. Wenn die neue Doku über diese “culture jamming”-Aktivisten auf ähnlich groteske Art unsere “Elite” bloßstellt, wird das absolut sehenswert!
Trailer:
Grace: Jordan Ladd sucht sich im Normalfall die interessanteren Horrorprojekte aus: Eli Roth, David Lynch, Tarantino… Lässt also durchaus hoffen, dass dieser Film über eine blutdurstige (Un-)Totgeburt einer der besseren Vertreter seiner Gattung wird. Interessante Trivia: Der Film begann im Jahre 2006 als ein Short, mit Liza “Paris Geller” Weil und Brian Austin Green in den Hauptrollen.
Trailer:

The Killing Room: Psychohorror über vier Leute, die in einem brutalen, geheimen
Regierungsforschungsprogramm landen. Interessanter Cast mit Chloe Sevigny und Clea DuVall
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So, und allen Leuten, die über die nächste Woche sich NICHT zufällig in Park City aufhalten, kann ich nur empfehlen, diese Liste zu speichern und so in 1-2 Jahren nachzuschauen, ob die Filme langsam auf (US-, Deutsche Releases könnt ihr lange warten) DVD eingetrudelt sind. Leider ist das keine Übertreibung, aber natürlich haben manche der o.g. Filme bessere Chancen als andere und einige (vor allem die Not!Indies) haben sogar schon ein Release-Datum.
Abschließend wollen wir mal hoffen, dass der Herr Chefred. nächstes Jahr mit einem Film bei Sundance am Start ist, so dass das hier eine richtige Berichterstattung wird und nicht wieder dieses wiederkäuende Kaffeesatzlesen, was ich hier gerade veranstaltet hab. Nach diesem Winter dürfte uns auch die eisige Utah-Kälte nichts mehr anhaben!







