“The Witch Diaries” – Secret Circle auf The CW

Aw, man! Seriously? Da kommt man gerade leicht ramponiert aus dem sommerübergreifenden, nirgendwo wirklich hinführenden Witchcraft-Arc bei True Blood und schon vier Tage später gehts weiter mit dem Kram? Blerg.
Fun Fact: The Secret Circle basiert, wie auch The Vampire Diaries, auf einer Young Adult-Buchreihe von L.J. Smith und ist innerhalb von drei Monaten (zusammen mit The Nine Lives of Chloe King und The Lying Game auf ABC Family) die dritte Serie, die von Alloy Entertainment produziert wurde.

Uh, at least they aren't were-panthers?
Alloy, mit ihrem scheinbar unerschöpflichen Fundus an YA Lit, ist mittlerweile emporgestiegen zu sowas wie Disney für Leute, die der Zielgruppe von Disney-Shows entwachsen sind (ein paar weitere Beispiele für Alloy-Produktionen: Vampire Diaries, Gossip Girl, Pretty Little Liars, Privileged, sowie die Sisterhood of the Traveling Pants-Filme und Sex Drive). Eigentlich muss man Teen-Dramen, die nicht auf YA-Adaptionen beruhen, derzeit mit der Lupe suchen (von Remakes wie 90210, Teen Wolf und Nikita ganz abgesehn), aber der Trend ist ja auch aus dem Kino bekannt. YA kommt eben mit einer fest eingebauten Fanbase und meist mehreren Büchern an Material. Win-Win!
Nach Nine Lives und Teen Wolf bin ich ehrlich gesagt ein wenig ausgelaugt vom Supernatural Teen Genre. Vor allem der Vergleich mit Chloe King drängt sich hier nahezu auf: unter mysteriösen Umständen umgekommene Eltern/Adoption, ein gut gehegtes Familiengeheimnis/Verschwörung, das Entdecken der übermenschlichen Kräfte/Fähigkeiten, die neuen Schulfreunde, die unsere widerwillige Protagonistin mit Exposition/Mythologie überhäufen, etc. Allerdings muss ich sagen, haben diese ausgetretenen Pfade bei Chloe King auf Anhieb ein bisschen mehr Spaß gemacht.

Witches can sparkle, too!
Im Gegenzug ist Secret Circle, mit seinem Setting in Forks Chance Harbor, Washington, wie Teen Wolf, eher am bedrückenderen Ende der Skala angesiedelt, unter anderem auch wegen seiner trübseligen Protagonistin, Cassie. Britt Robertson hat in Life Unexpected (das für seine ersten 45 Minuten vielversprechend gewesen ist) bewiesen, dass sie talentierter ist als das durchschnittliche CW-Starlet. Und neuer Präsident Mark Pedowitz scheint alles dafür zu tun, um sie zu einer neuen Flaggschiff-Schauspielerin für das Network aufzubauen, womit ich kein Problem habe. Leider gibt man ihr hier weit weniger zu tun als in LUX; über weite Strecken reagiert Cassie nur passiv Bella-esk auf die Geschehnisse. Das steht in ziemlichem Kontrast zu Skyler Samuels lebhafter Lead Performance in Nine Lives, welches auch mit seinen Gilmore Girls/Buffy-esken Dialogen und sympathischerem supporting cast punkten konnte.

Kleines Quiz: Wer von den zwei Mädels ist die gute und wer die böse?
OK, ich glaube, ich klinge hier negativer, als beabsichtigt! Secret Circle ist ein durchaus solider Genre-Eintrag in atmosphärischem (außerhalb von Vancouver-) Setting. Sein Problem ist eher, dass CW inzwischen aus den basic cable-Gefilden eine Unmenge an qualitativ mindestens gleichwertiger Konkurrenz bekommt, die dabei meist auch noch höhere Quoten einfährt.
Über die zukünftige Entwicklung der Show kann man nur spekulieren; Vampire Diaries brauchte seinerzeit auch einige Episoden, um zu seiner momentanen Hochform aufzulaufen. Aber da Kevin Williamson sich nach dem Pilot wieder zu 100% den Vampiren zuwenden wird, bleibt abzuwarten, was Showrunners Richard Hatem und Andrew Miller aus dem Material rausholen werden. Auf der Pro-Seite haben sie jedenfalls Britt Robertson, sowie einen für das Genre heutzutage unüblichen Fokus auf die Eltern(-hexen)-Generation. Auf der Con-Seite haben wir die bisher relativ farblosen Circle-Mitglieder (mit Ausnahme von scenery chewing Phoebe Tonkin), recht uninspirierte Dialoge und die Tatsache, dass die Witch-Plotlines sowohl bei Vampire Diaries, als auch bei True Blood eher uninteressant waren. Und hier gibts ausschließlich(?) Hexen!
Trailer:
Rating:
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